Workshop‚ Barocke Spieltechniken für Violine, Viola und Violoncello‘ war ein voller Erfolg

Am Wochenende vom 16. – 18. Oktober hatte die Musikschule Südliche Bergstraße David Neuhaus und Aurelia Toriser eingeladen, einen Workshop für Barocke Spieltechniken zu gestalten, und viele Interessierte waren dem Angebot gefolgt.
Voller Energie und Charme nahmen Aurelia Toriser und David Neuhaus die Workshopteilnehmenden mit in die Welt der Barockmusik. Unter ihrer Anleitung loteten alle zusammen die Klangvorstellungen der Komponisten des Barocks vor über 250 Jahren aus, die diese bei der Komposition ihrer Musik damals gehabt hatten. Alle Workshopteilnehmenden hatten Barockstücke ihrer Wahl vorbereitet und mit den beiden Dozierenden zuvor abgesprochen: von Vivaldi das Violinkonzert „der Sommer“, das Cellokonzert G-Dur und die Cellosonate Nr. 5, von Boismortier die Cellosonate Op. 50, von Corelli die Violinsonate „La Folia, von J. S. Bach die Courante aus der Partita Nr. 2, und die Courante aus der Partita Nr. 3. und von Telemann die Sonate Nr. 4, G-Dur. Und so konnte im Workshop in verschiedenen Formaten intensiv gearbeitet werden.
Am Freitagabend wurde von David Neuhaus und Aurelia Toriser als Einstimmung der Rahmen der Barockzeit dargelegt, und veranschaulicht, welchen Stellenwert verschiedene Musikgenres in ihrer Zeit hatten: Was wissen wir sicher? Was wird vermutet? Welche Quellen haben wir über die Musikpraxis der damaligen Zeit? Für Interessierte hatten die Dozierenden eine ganze Reihe von Büchern mitgebracht, etwa von Leopold Mozart „der Versuch einer gründlichen Violinschule“ oder auch Fachbücher von Clive Brown oder Nikolaus Harnoncourt.
Die Theorie ist das eine, die Umsetzung in der Praxis das andere: Samstag und Sonntag gab es eine Vielzahl von Unterrichtsstunden, in der David Neuhaus für die Celli und Aurelia Toriser für die hohen Streicher mit den Workshopteilnehmern ihre vorbereiteten Stücke zusammen erarbeiteten. Und natürlich wurde auch in mehreren gemeinsamen Sessions musiziert und, für den ein oder anderen Teilnehmer eher ungewohnt, improvisiert. Die teilnehmenden Cellisten übernahmen – neben ihren eigenen Stücken – für die Sessions der Geiger auch häufig die Bassstimme, womit v.a. das Zusammenspiel in den Vordergrund rückte.
Dabei konnten alle auf den mitgebrachten Barockinstrumenten inklusive verschiedener Bögen spielerisch in die Barockzeit eintauchen: weichere Darmseiten, zurückhaltendere Klänge, kürzere Bögen, anders zu halten – keine Kinnhalter oder Schulterstütze bei der Geige; kein Stachel beim Cello. Auch keine Feinstimmer. Der Grundton A auch nicht bei 442 Hz – tatsächlich verzichtete man auf das deutlich Absenken um fast einen Halbton und blieb bei 440 ;o) Die Themen der Verzierungen und Improvisation, Takthierarchie und Betonungen, Tanzsätzen und Affekte wurden ausführlich in den Einzelstunden und den Gruppensessions ausgearbeitet. David Neuhaus und Aurelia Toriser verstanden es hervorragend auf alle Workshopteilnehmende mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen einzugehen und sie zu integrieren – das Altersspektrum der Teilnehmenden reichte immerhin von 12 bis 60 Jahre und zeigte wunderbar die integrative Kraft der Musik.
Die Bewirtung durch den Förderverein, Freunde und Eltern mit süßem und würzigem Gebäck rundete die Veranstaltung ab, die dann am Sonntagabend mit einem kleinen Konzert vor eben dieser Runde wunderschön ausklang.

 

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